Erwartungen sind Annahmen, Vorstellungen oder Hoffnungen über zukünftige Ereignisse, das Verhalten anderer oder die eigene Leistung. Sie basieren oft auf Erfahrungen und beeinflussen unsere Wahrnehmung und unser Handeln.
Für die menschliche Psyche ist es selbstverständlich – ja sogar notwendig –, Erwartungen zu formulieren.
Im Folgenden möchte ich den Fokus auf unsere Erwartungen an das Verhalten anderer legen. Also: unsere Vorstellungen und Hoffnungen, wie sich andere verhalten sollten.
Wir haben selten nur eine Erwartung, sondern vielmehr einen ganzen Katalog davon. Und diesen Katalog bewerten wir ständig. Diese Bewertung kann zum Beispiel so aussehen, dass wir mit einer Person zufrieden sind, wenn 40 % unserer Erwartungen erfüllt sind – und unzufrieden, wenn die Prozentzahl darunter liegt.
Die genannte Prozentzahl ist natürlich willkürlich. Das Beispiel soll verdeutlichen, dass es immer unsere subjektive Perspektive ist, die darüber entscheidet, wann wir mit der Erfüllung unserer Erwartungen zufrieden sind. Die Reduktion auf das Gefühl „Zufriedenheit“ ist dabei sicherlich vereinfacht, aber für unsere Betrachtung hilfreich.
Nehmen wir also an, unser Erwartungskatalog wurde erfüllt und wir sind zufrieden. Bleibt dieses Gefühl nun bestehen? Leider nein. Doch warum verharren wir nicht in dieser Zufriedenheit, wenn doch alles so ist, wie wir es erwartet haben?
Das Problem liegt darin, dass die Punkte in unserem Katalog, die wir als erfüllt betrachten, ständig durch neue ersetzt werden. Wenn wir nicht achtsam sind, bearbeiten wir immer wieder denselben Katalog – und wundern uns, warum die empfundene Zufriedenheit nicht von Dauer ist.
So wie wir ständig Erwartungen formulieren, sollten wir uns auch bewusst sein, dass diese Erwartungen ein Eigenleben entwickeln und sich verändern können.
Welche Probleme können Erwartungen an andere verursachen?
Zu hohe oder starre Erwartungen können zu Enttäuschung, Frust und Konflikten führen. Sie beeinflussen unsere Beziehungen, indem wir andere – oft unbewusst – nach unseren Maßstäben beurteilen, anstatt sie als eigenständige Personen wahrzunehmen. Das kann zu ständiger Unzufriedenheit, emotionaler Erschöpfung und sogar zur Vernachlässigung eigener Bedürfnisse führen, weil wir zu sehr auf die Erfüllung unserer Erwartungen durch andere fokussiert sind.
Für ein zufriedenes gesellschaftliches Miteinander sollten wir daher regelmäßig die Bewertung unserer Erwartungen an andere hinterfragen und uns auf Tugenden wie Toleranz, Verständnis und Bescheidenheit besinnen.
Als Psychotherapeut kann ich Sie dabei unterstützen,
einen bewussteren Umgang mit Ihren Erwartungen zu finden. Gemeinsam können wir Ihren „Erwartungskatalog“ erkunden, unrealistische oder hinderliche Muster identifizieren und Strategien entwickeln, um mehr Flexibilität und Gelassenheit im Umgang mit anderen – und mit sich selbst – zu erlangen. Denn oft sind es nicht die anderen, die sich ändern müssen, sondern unsere Art, sie zu betrachten.
Ein reflektierter Umgang mit Erwartungen kann nicht nur Beziehungen entlasten, sondern auch Raum für echte Verbindung und dauerhafte Zufriedenheit schaffen.
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